LWL-Sozialdezernent Takis Mehmet Ali besucht Lebenshilfe Detmold
Austausch über Teilhabe, berufliche Bildung und verlässliche Rahmenbedingungen – Rundgang von der City-Werkstatt bis zur Geschmackswerkstatt.
Detmold, 21. April 2026. Wie gelingt Teilhabe vor Ort – und welche Rahmenbedingungen brauchen Einrichtungen, damit Menschen mit Behinderung selbstbestimmt leben, lernen und arbeiten können? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Besuchs von Takis Mehmet Ali, der als Landesrat für Arbeit und Soziales des LWL die Bereiche Soziale Teilhabe, Arbeit und Soziales Entschädigungsrecht verantwortet, bei der Lebenshilfe Detmold.
Zum Auftakt kamen Herr Mehmet Ali, der Vorstand der Lebenshilfe Detmold sowie mehrere Führungskräfte in der City-Werkstatt zusammen. Im Mittelpunkt standen die vielfältigen Angebote der Lebenshilfe – von Kindertagesstätten und SchulinklusionsassitenzüberAssistenzangebote im Bereich Wohnen bis zu Werkstätten, beruflicher Bildung, Außenarbeitsplätzen und inklusiven Projekten mitten in der Stadtgesellschaft. Im Anschluss führte der Besuch in die Geschmackswerkstatt in der Detmolder Innenstadt. Dort standen ein gemeinsames Mittagessen, Begegnungen mit Beschäftigten und der Austausch mit dem Werkstattrat auf dem Programm.
„Wir wollten zeigen, wie breit Teilhabe heute gedacht werden muss“, sagt Stephanie Kleine, pädagogische Vorständin der Lebenshilfe Detmold. „Es geht um Kinder, die eine gute, sichere und reizarme Umgebung brauchen. Es geht um Menschen, die in ihrem Zuhause Assistenz benötigen. Es geht um berufliche Bildung, um sinnvolle Arbeit, um Mitwirkung und um Teilhabe im sozialen Nahraum. All das gehört zusammen, wenn Inklusion gelingen soll.“
Ein Schwerpunkt des Gesprächs lag auf der Weiterentwicklung der beruflichen Bildung. Die Lebenshilfe Detmold arbeitet daran, Qualifizierung noch stärker personenzentriert auszurichten und zugleich die Möglichkeiten des regionalen Arbeitsmarktes einzubeziehen. Dazu gehören Praktika, Außenarbeitsplätze, Kooperationen mit Unternehmen, der Arbeitsagentur und auch Wirtschaftskammern. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung individuell zu stärken – innerhalb der Werkstatt, auf betriebsintegrierten Arbeitsplätzen oder beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Zugleich wurde deutlich, dass soziale Teilhabe verlässliche Rahmenbedingungen braucht. Besprochen wurden unter anderem wachsende Unterstützungsbedarfe, die Zunahme komplexer Lebenssituationen, Anforderungen an Mobilität, Fachkräftegewinnung, Bürokratie und die Weiterentwicklung passender Tages- und Arbeitsangebote. Gerade für Menschen mit hohem Assistenzbedarf oder im Autismusspektrum braucht es fachlich starke, flexible und langfristig tragfähige Strukturen.
Die Lebenshilfe Detmold stellte beim Besuch auch heraus, was ihre Arbeit in der Region besonders prägt: eine große Vielfalt an Arbeits- und Bildungsbereichen, Angebote für Menschen mit sehr unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen, eine starke Mitwirkung durch den Werkstattrat sowie die stetige Weiterentwicklung von Angeboten am Bedarf der Menschen. Beispiele dafür sind die neue Kita Wiesenwichtel, das intensiv ambulant begleitete Wohnen im Pinneichen-Carré, die Weiterentwicklung des Berufsbildungsbereichs und die Geschmackswerkstatt als sichtbarer Ort gelebter Inklusion in der Innenstadt.
„Mit der Geschmackswerkstatt bringen wir Teilhabe dorthin, wo Alltag passiert: mitten in die Innenstadt“, sagt Maximilian Seidel, kaufmännischer Vorstand der Lebenshilfe Detmold. „Hier kommen regionale Lebensmittel, handwerkliche Produkte, Dienstleistung, Cafébetrieb und Begegnung zusammen. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten hier gemeinsam – und die Stadtgesellschaft kann unmittelbar erleben, was Inklusion bedeutet.“
Der Austausch mit dem LWL-Sozialdezernenten hat gezeigt, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Leistungsträger und Leistungserbringer ist. Viele fachliche und politische Fragen der Eingliederungshilfe werden nicht am Schreibtisch allein entschieden, sondern müssen an der Lebenswirklichkeit der Menschen gemessen werden.
„Wir verstehen uns nicht nur als Träger von Angeboten, sondern auch als Stimme der Menschen, die wir begleiten“, sagt Stephanie Kleine. „Dazu gehört, auf Entwicklungen aufmerksam zu machen, gute Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln und Teilhabe auch öffentlich sichtbar zu vertreten.“

