Gemeinsam für eine zukunftsfähige berufliche Bildung: Lebenshilfe Detmold kooperiert mit Hochschule Bielefeld
Zweite Ideenbörse an der Hochschule Bielefeld bringt Werkstattträger, Werkstatträte und LWL an einen Tisch. Mobilitätsbildung und Qualifizierungsbausteine im Fokus – Ideenaustausch als Schlüssel für Innovation im Berufsbildungsbereich.
Die Lebenshilfe Detmold e.V. und die Hochschule Bielefeld haben eine Kooperation gestartet, um den Berufsbildungsbereich – also den Bereich der beruflichen Bildung in Werkstätten für Menschen mit Behinderung – zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Im Berufsbildungsbereich erhalten Menschen mit Behinderung, die aufgrund Art und Schwere ihrer Beeinträchtigung (vorerst) nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können, eine berufliche Qualifizierung und Teilhabe am Arbeitsleben. Ziel ist es, die Teilnehmenden so zu fördern, dass sie anschließend entweder in der Werkstatt eine feste Arbeit finden oder sogar den Sprung in eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt schaffen.
Dieses Fundament der Werkstatt-Arbeit will die Lebenshilfe Detmold nun gemeinsam mit der Hochschule Bielefeld stärken und innovativ ausrichten. Statt isoliert in einzelnen Einrichtungen zu agieren, setzen beide Partner auf beratende Unterstützung und Synergien: Wissenschaftliche Expertise der Hochschule trifft auf praktisches Know-how der Werkstatt, um gemeinsam neue Impulse zu setzen.
Kürzlich fand in diesem Rahmen bereits zum zweiten Mal eine „Ideenbörse“ an der Hochschule Bielefeld statt. Zu diesem Austausch kamen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Werkstätten aus der Region, Mitglieder der Werkstatträte (Interessenvertretungen der Werkstatt-Beschäftigten) sowie Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zusammen. In offener Workshop-Atmosphäre diskutierten sie zentrale Zukunftsthemen für den Berufsbildungsbereich und tauschten Erfahrungen sowie Lösungsansätze aus.
Im Fokus der Ideenbörse standen zwei Schwerpunkte: Zum einen die Mobilitätsbildung für Menschen mit Behinderung. Dabei geht es um Bildungsangebote, die die Selbstständigkeit in der Mobilität fördern – etwa den sicheren Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln, das Orientieren im Straßenverkehr oder allgemein das selbständige Bewältigen des Arbeitswegs. Bereits jetzt lernen Werkstatt-Beschäftigte im Berufsbildungsbereich der Lebenshilfe Detmold zum Beispiel, wie sie Bus und Bahn nutzen können. Das Ziel: Menschen mit Behinderung sollen sich frei und sicher bewegen können – ein wichtiger Schritt zur Inklusion im Berufsleben und in der Gesellschaft.
Der zweite Themenschwerpunkt betraf Qualifizierungsbausteine für praxisnahe Bildung. Dahinter verbirgt sich der Ansatz, berufliche Qualifizierung in überschaubare Module aufzuteilen. Solche Qualifizierungsbausteine sind inhaltlich und zeitlich abgegrenzte Lerneinheiten, die genau definieren, welche Kompetenzen die Teilnehmenden jeweils erwerben. Für die Praxis in Werkstätten bedeutet das: Statt einer einzigen Ausbildung “am Stück” könnten Teilnehmende Schritt für Schritt einzelne Module durchlaufen und für jeden erfolgreich absolvierten Baustein ein Zertifikat oder eine Bestätigung erhalten. Dieses modulare System erhöht die Flexibilität und Orientierung an den individuellen Fähigkeiten: Jeder kann in seinem eigenen Tempo lernen und Erfolge werden schneller sichtbar.
Motivation zur Weiterentwicklung: Die Kooperation zwischen der Lebenshilfe Detmold und der Hochschule Bielefeld macht deutlich, dass die Zukunftsfähigkeit des Berufsbildungsbereichs aktiv gestaltet werden muss. Angesichts gesellschaftlicher Veränderungen – vom inklusiven Arbeitsmarkt über digitale Anforderungen bis hin zu neuen gesetzlichen Vorgaben – sind alle Beteiligten gefordert, das Konzept der beruflichen Bildung für Menschen mit Behinderung stetig weiterzudenken. Die jüngste Ideenbörse hat hierfür einen lebendigen Anstoß gegeben. Durch den überregionalen Austausch entstehen neue Perspektiven: Was sich an einem Ort bewährt hat, kann andernorts adaptiert werden. Und wo es bisher Herausforderungen gab, lassen sich gemeinsam Lösungen entwickeln.
Die Lebenshilfe Detmold lädt die Öffentlichkeit und Fachwelt ein, diesen Weg mit Interesse zu verfolgen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Denn eines hat die Ideenbörse klar gezeigt: Nur gemeinsam lässt sich echte Teilhabe am Arbeitsleben immer wieder neu und besser gestalten.
————
Kontakt für Rückfragen: Tom Fluegge, bildwort – Atelier für Kommunikation, tf[at]bildwort[dot]com, 0151-42168098.
————
Wir, die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Kreisvereinigung Detmold e.V., sind eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Träger der Arbeit ist ein 1962 gegründeter Verein. Rund 550 Mitarbeitende fördern und begleiten über 1000 Menschen mit geistiger, psychischer und mehrfacher Behinderung. Zu diesem Zweck unterhält die Lebenshilfe Detmold Kindertagesstätten, eine Beratungsstelle, Wohnstätten und Werkstätten und bietet die Möglichkeit des ambulant betreuten Wohnens an. Die Lebenshilfe ist der größte soziale Träger Detmolds.
Unsere Vision ist eine inklusive Gesellschaft, in der es normal ist, verschieden zu sein. Mit Begeisterung, Empathie und Ideenreichtum leben wir Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Teilhabe. Interesse am Anderen und Freude an Einzigartigkeit treiben uns an.
————
Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Kreisvereinigung Detmold e. V.
Bahnhofstraße 12A
32756 Detmold
Vertreten durch:
Stephanie Kleine und Maximilian Seidel (Vorstand)
Kontakt:
Telefon: 05231 9207-0
Telefax: 05231 9207-70
E-Mail: info[at]lebenshilfe-detmold[dot]de
