Was die junge Pauline so schreibt ...
Der Termin war mit Bedacht gewählt: Der 23. Februar ist der Geburtstag von Lippes Fürstin Pauline, der wohl bekanntesten Herrscherin des Landes am Teutoburger Wald. 1769 wurde sie geboren. Auf den Tag genau 242 Jahre später wurden ihre Briefe gelesen – im Detmolder Bahnhofs-Bistro „unErwartet“, und zwar passenderweise im Fürstenzimmer. Mitgebracht hat die Briefe Ursula Resack von der Lebenshilfe Detmold.
Ihre Diplomarbeit bei ihrem Studium zur Sozialpädagogin schrieb Ursula Resack über das soziale Engagement von Fürstin Pauline in Lippe. Um Reisen ging es auch in den Auszügen aus Paulines Briefen an diesem Abend – ganz im Sinne des Bahnhofs-Ambientes. Eine Eisenbahn gab es in Detmold damals noch nicht. Die Prinzessin Pauline aus Anhalt reiste dennoch viel – per Kutsche ging es nach Lippe, zu ihrem zukünftigen Gemahl.
Briefe aus der Zeit von 1790 bis 1796, dem Jahr der Geburt ihres ersten Kindes, standen mit ihrer blumigen Sprache an diesem Abend im Mittelpunkt. „Ich verlies Ballenstedt und meinen Vater mit zerrissenem Herzen...“, schrieb die spätere Regentin einst. Das war 1796, als es endgültig nach Lippe ging.
Auf eine historische Zeitreise nahm Ursula Resack ihre Zuhörer mit, zwischen den Briefen erzählte sie in lockerem Stil über das, was damals geschah – so konnten sich die Zuhörer in das Leben der Fürstin hinein versetzen und die Zusammenhänge verstehen. Zwischendurch gab es Blockflöten-Intermezzi unter anderem von Telemann und dem Franzosen Joseph Bodin de Boismortier, gespielt von Angelika Böke und Christiane Hyde.
Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Jochen Kotzenberg, Angelika Böke und Christiane Hyde sowie Ursula Resack und ihr Bruder Jürgen Benz (von links) freuten sich über den gelungenen Abend.