Programmdiskussion mit der Basis
Wie wollen Menschen mit Behinderung künftig leben, was haben sie für ein Selbstverständnis und wie ist ihre Stellung innerhalb der Gesellschaft heute? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt einer Regionalkonferenz zum neuen Grundsatzprogramm der Bundesvereinigung Lebenshilfe in der Werrewerkstatt. Der derzeit vieldiskutierte Begriff „Inklusion“, also die unbedingte Teilhabe behinderter Menschen an der Gesellschaft, stand als Leitmotiv über der Veranstaltung.
Ulrich Bauch, Bundesgeschäftsführer der Bundesvereinigung Lebenshilfe Berlin, erläuterte, dass das Grundsatzprogramm von 1990 Ausgangspunkt für die Neufassung sei. Darin sei bereits eine Behindertenrechtskonvention analog der jetzt gültigen UN-Konvention gefordert worden. Gleichwohl seien noch längst nicht alle Ziele erreicht. Deshalb hat die Lebenshilfe 2008 beschlossen, sich ein neues Grundsatzprogramm zu geben und zuvor mit den Mitgliedern darüber ausführlich zu diskutieren.
Zu dem Austausch über den Entwurf des neuen Leitbildes war ein Querschnitt derjenigen Menschen gekommen, die Lebenshilfe leben und gestalten: Also Menschen mit Behinderung, Eltern, hauptamtliche Mitarbeiter sowie Vorstandsmitglieder. Katharina Kleine-Vennekate, Vorstandvorsitzende der Lebenshilfe Detmold, brachte es auf den Punkt: Es gelte neu darüber nachzudenken, was die Lebenshilfe im Kern ausmacht! Voraussichtlich im Herbst 2011 soll das neue Grundsatzprogramm verabschiedet werden.
Diskutierten angeregt über den Entwurf des neuen Lebenshilfe-Grundsatzprogramms (von links): Vera Steinke (Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Detmold), Wilfried Wagner-Stolp (Bundesvereinigung Lebenshilfe), Katharina Kleine-Vennekate (Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Detmold), Ulrich Bauch (Geschäftsführer der Bundesvereinigung Lebenshilfe) sowie Hermann Hibbeler (Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Detmold).