Ein unerwarteter Theaterabend im Bahnhofsbistro
„unErwartet“ heißt das Bahnhofsbistro der Lebenshilfe in Detmold. Und dort kann der Besucher hin und wieder Dinge erleben, die er einfach an einem solchen Ort nicht erwartet: beispielsweise auf die Theatergruppe „Stattgespräch“ zu treffen.
Die Lemgoer Truppe ist schon längst weit über ihre Wirkungsstätte hin bekannt. Nun kam sie nicht ganz unerwartet in die Residenz, um die besten Monologe, Sketche und Chansons der letzten fünf Programme zu bieten. Sozusagen ein „Best of Nr.1“-Programm - und unter diesem Titel stand der Abend denn auch.
Man hätte es aber auch unter die Überschrift „Thekentheater“ stellen können. Denn eine Theke eignet sich nicht nur dazu, das ein oder andere Getränk zu sich zu nehmen. Es ist auch der Ort, an dem ganz besondere Beobachtungen gemacht werden können. Das Publikum erlebte an der "unErwartet"-Theke beispielsweise eine Frau, die mit einer Freundin dort ein Getränk einnehmen will. Plötzlich gesellt sich eine Dame zu ihnen, die freimütig bekennt, sie sei die Geliebte des Ehemannes und wolle die Ehefrau doch einmal persönlich kennen lernen. „Ich bin die Frau, mit der ihr Mann etwas hat." Während die Fremde über den Mann plaudert, brisante Details offenherzig Preis gibt, steigt das Entsetzen der Ehefrau und ihrer Freundin. Und der Spaß der Zuschauer.
Katrin Brakemeier, Markus Mogwitz, Ursula Sparka, Sven Meyer, Liane Kreye, Frank Wiemann und Dominik Weidner begeisterten die Zuschauer, die sich zahlreich eingefunden hatten. Ein Zeichen, dass das Bahnhofsbistro sich inzwischen auch als kulturelle Einrichtung einen Namen gemacht hat.